Der Blog

Nach dem Abitur beschloss ich, auf Reisen zu gehen – um mich meinem Herkunftsland zu entfremden und vielleicht endlich zu verstehen, was zum Teufel hier nicht stimmt. Denn DASS etwas nicht stimmte: Dieses Gefühl begleitete mich seit meiner frühesten Kindheit. Dann kam Corona und in der Krise ging das mit der Entfremdung deutlich schneller als geplant.

Und während ich mich weiter über geschlossene Grenzen schmuggelte, machte ich eine erstaunliche Entdeckung: Die Menschen, die ich traf, waren viel mehr von ihrem Umfeld beeinflusst, als ihnen selbst bewusst war. Ein großer Teil ihrer Gefühle und Gedanken war ein Ausdruck unverarbeiteter historischer Erfahrungen. Strukturen, die niemand hinterfragte, weil sie den jeweiligen Menschen so “normal” vorkamen. Nur mit der radikalen Fremdheit und Neugier einer Reisenden war ich in der Lage, das Un-Normale im scheinbar Alltäglichen zu erkennen.

Und so begann HeuteAlsoMorgen: Der Reiseblog über kollektive Traumata.

„Und weiter die Bucht hinunter, als gäbe es keine Grenze dort, wo es blau ist…“